DIE VICTOR-KLEMPERER-AKADEMIE

Erwachsenenbildung unterscheidet sich in vielen Punkten von Jugendbildung und der Ausbildung junger Erwachsener. Die wichtigste Abweichung besteht in der Selbstbestimmtheit des Lernens bzw. Studierens. An die Stelle der "Belehrungsdidaktik" der Schule und des Grundstudiums an staatlichen Universitäten tritt eine "Ermöglichungsdidaktik". Den erwachsenen Studierenden macht die Akademie statt eines vorgegebenen Lehrplans Angebote zum Erwerb von Wissen und Fähigkeiten, aus denen die Studierenden ihren Wünschen und Interessen entsprechend selbst auswählen können. Wer Erwachsenenbildung ernst nimmt, muss damit rechnen, dass Erwachsene nicht unbedingt das lernen, was gelehrt wird. Nicht der Dozent bestimmt, was erarbeitet wird, sondern der Studierende.
Die Victor-Klemperer-Akademie stellt ein hochqualifiziertes, professionelles Wissensangebot zur Verfügung, dessen Nutzung in der Verfügung der Teilnehmer an den Lehrveranstaltungen bleibt. Ihre Dozenten verstehen sich ebenso als Wissensvermittler wie als Moderatoren und als Berater der Lernenden und nicht zuletzt als Studierende, die ihrerseits in ihren Kenntnissen fortschreiten. Ihr Ziel ist es, Lern- und Forschungsaktivitäten der Akademie-Mitglieder in Gang zu bringen, Eigeninitiative auszulösen, sie zu begleiten und selbst daran teilzuhaben. Auf diese Weise entsteht eine Form der gemeinsamen Arbeit, deren hierarchische Strukturierung gegenüber dem gemeinsamen, partnerschaftlichen Tun zurücktritt.


Die Lehrenden garantieren die hohe didaktische und fachliche Qualität ihrer Lehre. Diese Garantie schließt das aktive Bemühen um die Vermittlung von professionellen Zugängen zu den unterschiedlichen, wissenschaftlichen Thematiken für die Teilnehmer an den Lehrveranstaltungen ein. Aber die Lehrenden sind nicht verantwortlich für den Lernprozess der Teilnehmenden. Die Victor-Klemperer-Akademie nimmt den Wunsch und die Gewohnheit ihrer Mitglieder ernst, eigenverantwortlich zu entscheiden. Sie steht jederzeit mit Rat und Hilfe zur Verfügung und macht Vorgaben, wo dies gewünscht ist.


Zur Arbeit an der Victor-Klemperer-Akademie gehört neben dem Studium der abendländischen Kunstgeschichte zwischen dem frühen Mittelalter und der Gegenwart ebenso die gemeinsame 'Entdeckung' der regionalen Kunstgeschichte des Oberrheingebiets und Südwestdeutschlands. Hier sind die Teilnehmer in besonderer Weise aufgefordert, ihre eigenen Vorkenntnisse und Interessen einzubringen. Zudem ist dieser Bereich hervorragend geeignet, erste Schritte auf dem Weg zu eigenen Forschungsprojekten zu tun.

 

Die Gerontologie ist sich einig: Lernen im Alter ist ebenso möglich, wie es unmöglich ist: "Eine verallgemeinerbare, eindeutige Antwort über Veränderungen des Lernens im Alter wird immer unmöglicher." (Horst Siebert, Didaktisches Handeln in der Erwachsenenbildung, Augsburg 5/2006, S. 12).