CHRONIK DER VICTOR-KLEMPERER-AKADEMIE
SOMMERTRIMESTER 2009
5. Mai 2009:
Erster Studientag des zweiten Trimesters, nun im "Waldhof", einer Gründerzeitvilla im Freiburger Stadtteil Littenweiler. – Der Kurs ist mit 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wiederum ausgebucht.
Thema in diesem Trimester:
"Kunst und Architektur des hohen und späten Mittelalters".
12. Mai 2009:
Zweiter Studientag. Anstelle der Vorlesung hält Prof. Dr. Konrad Kunze, Verfasser u.a. des bekannten Buchs Himmel in Stein. Das Freiburger Münster (Freiburg 2007), einen Vortrag über Heiligendarstellungen am und im Münster zu Freiburg.
13. Mai 2009:
Die erste Kurzexkursion des Trimesters hat die Architektur des Freiburger Münsters zum Thema.
Nach einem Besuch im "Wenzingerhaus – Museum für Stadtgeschichte" besichtigt die Gruppe das Münster selbst auf den Spuren seiner wechselvollen Baugeschichte.
19. Mai 2009:
Dritter Studientag. Die Vorlesung beschäftigt sich unter dem Stichwort der "Renaissance des 12. Jahrhunderts" hauptsächlich mit der Kultur- und Geistesgeschichte des hohen Mittelalters. Im Seminar geht es um wissenschaftliches Schreiben, in der Übung stellen Studierende eigene Beschreibungen von Bauten an ihren jeweiligen Wohnorten vor.
26. Mai 2009:
Vierter Studientag. In der Vorlesung wird der Beginn der gotischen Architektur in Frankreich thematisiert und eingehend die Abteikirche Saint-Denis und ihr berühmter Bauherr Abt Suger († 1151) thematisiert. Im Seminar geht es um die Präsentation von Wissen ("Wie halte ich ein Referat?"), in der Übung stellen Studierende weitere Bauwerke vor, die sie in den vergangenen Wochen besucht und beschrieben haben.
27. Mai 2009:
Zweite Kurzexkursion, wiederum zum Freiburger Münster, diesmal mit besonderem Augenmerk auf die Skulptur am Münster. Die Studierenden versuchen, sich mit einem genauen Blick auf die Details in die unterschiedlichen Stile einzusehen, die sich an den Figuren am Münster entdecken lassen.
2. Juni 2009:
Fünfter Studientag. Die Vorlesung handelt von der Frühgotik in Frankreich, im Seminar hält zum ersten Mal einer der Studierenden ein Referat. Thema: "Das Westportal der Kathedrale von Chartres".
9. Juni 2009:
Sechster Studientag. Die Vorlesung behandelt die Grundlagen der Gotik in Deutschland, das Referat im Seminar hat eine Tafel mit der Darstellung der Kreuzigung Christi aus dem 15. Jahrhundert zum Thema.
10. Juni 2009:
Kurzexkursion, wiederum zum Freiburger Münster: Dombaumeisterin Yvonne Faller führt in den Dachstuhl und über die Laufgänge am Dachansatz des Münsters. – Bewegende Augenblicke erlebt die Gruppe, als die älteste Studierende erzählt, wie sie als vierzehnjähriges Mädchen nach dem Luftangriff auf Freiburg am 27. November 1944 bei den Aufräumarbeiten mitgeholfen hat, und sich neben jenes Laufrad (die mittelalterliche Lastenbeförderungs-Konstruktion) stellt, derer sich 65 Jahre zuvor die Jugendlichen bedient haben, um in einem kleinen Kasten den Schutt vom teilweise zerstörten Dach durch einen besonders großen Schlussstein im Langhausgewölbe herunter zu schaffen (siehe Foto in unserer Bildergalerie).
16. Juni 2009:
Siebter Studientag. Fortsetzung der Vorlesung zum Thema "Kunst und Architektur des hohen und späten Mittelalters".
23. Juni 2009:
Achter Studientag. Abschluss der Vorlesung über die Kunst der Gotik mit einem (Rück)Blick auf die Bauten St. Gereon in Köln, den Dom in Trier, die Elisabethkirche in Marburg, die Kathedralen in Metz und Straßburg, das Freiburger Münster und den Kölner Dom. – Beginn der Vorlesung über "Die Kunst der frühen Niederländer", die die zweite Hälfte des Trimesters durchgeführt werden soll. – Im Seminar hält eine Teilnehmerin ein Referat zu dem von ihr selbst gewählten Thema: "Theophanu – ein Mädchen aus dem Orient als Deutsche Kaiserin?" Mit dem Thema hat sie sich seit dem vergangenen Trimester beschäftigt, angeregt durch ein kleines, fatimidisches Kristallgefäß, das in der Vorlesung erwähnt wurde.
24. Juni 2009:
Kurzexkursion zum Straßburger Münster. Unter möglichst konsequenter Ausnutzung von schattigen Plätzen rund um das Münster wird dieses eingehend von außen und von innen betrachtet und dabei auf Ähnlichkeiten und Unterschiede zum Freiburger Münster hin untersucht.
30. Juni 2009:
Neunter Studientag. Die Vorlesung zu den sog. Frühen Niederländern wird fortgesetzt. Thematisiert werden u.a. Jan van Eyck, der sog. Meister von Flémalle und Rogier van der Weyden. – Das Seminar handelt von der von Giotto im frühen 14. Jahrhundert ausgemalten sog. Arenakapelle in Padua.
7. Juli 2009:
Zehnter Studientag. Im ersten der beiden großen Referate über das Werk Jan van Eycks wird die Madonna in der Kirche (Berlin, Staatliche Museen, Gemäldegalerie) zum Thema gemacht.
8. Juli 2009:
Kurzexkursion nach Basel mit eingehender Besichtigung des Münsters. Das v.a. im späten 12., 13. und 14. Jahrhundert entstandene Münster dient den Teilnehmerinnen und Teilnehmern als bedeutendes Beispiel für die Gotik am Oberrhein, hier unter weitgehender Einbeziehung des spätromanischen Vorgängerbaus. Der Besuch mündet in der Entschlüsselung spannender Figuren- und Malereiprogramme am Außenbau und in der Krypta.
14. Juli 2009:
Elfter Studientag. Das zweite, große Jan van Eyck-Referat des Trimesters behandelt dessen (und seines Bruders Hubert?) größtes Werk: den Genter Altar.
21. Juli 2009:
Zwölfter Studientag: Resümee – Rekapitulation – Trimesterabschluss mit Ausgabe der Urkunden. Im Seminar geschieht etwas Besonderes: Eine Teilnehmerin erprobt ihre neu erworbenen Kenntnisse in der Beschreibung mittelalterlicher Bauten und die Kenntnisse der Kommilitoninnen und Kommilitonen, indem sie eine Kapelle in der Freiburger Umgebung (Johanneskapelle, Zarten) beschreibt, ohne Bilder zu zeigen. Anschließend bricht das ganze Seminar auf, um nach kurzer Autofahrt unmittelbar vor Ort die Beschreibung (und das eigene 'Bild im Kopf') zu überprüfen. – Der Tag klingt aus im gegenüberliegenden Gasthof.
22. Juli 2009:
Abschluss-Kurzexkursion nach Breisach. Führung durch das Breisacher Münster mit dem Architekten und passionierten Münster-Führer Bernd Schauenburg, der das imposante Jüngste Gericht von
Martin Schongauer und den nicht weniger beeindruckenden Hochaltar, ein Schnitzaltar des Meisters H. L., in den Mittelpunkt seiner Führung stellt.
Bei Kaffee und Kuchen im benachbarten Hotel am Münster wird das zweite Trimester beschlossen.
24. Juli bis 8. September:
Vorlesungsfreie Zeit.
